Exil Los Angeles - Drei jüdische Frauenschicksale | Cantus Theaterverlag

Neu im Theaterverlag – Exil Los Angeles

Drei jüdische Frauenschicksale.
Ein Konversationsstück von Helmut Korherr.

Am 7. August 1944 erhält Helene Thimig in Los Angeles Besuch von Fritzi Massary und Eva Herrmann. Die drei Frauen unterhalten sich über ihr Dasein in der Emigration.

Fritzi Massary, einstmals von ihren Fans als „Kaiserin von Berlin“ gefeiert, kann in Kalifornien nicht Fuß fassen – zum Teil wegen ihres fortgeschrittenen Alters, zum Teil wegen ihrer schlechten Englisch-Kenntnisse. Helene Thimig geht es etwas besser, sie hält sich mit kleinen Filmrollen über Wasser. Eva Herrmann stammt aus reichem jüdischem Hause und kennt keine finanziellen Probleme. Sie hat sich vor kurzem von ihrem Geliebten Lion Feuchtwanger getrennt und enthüllt ungeniert intime Schlafzimmer-Details.

Helene Thimig will von Sexgeschichten nichts wissen – noch dazu, wo ihr Mann Max Reinhardt voriges Jahr verstorben ist. Er hatte seinen Lebenswillen verloren, weil er in Amerika nicht an seine europäischen Erfolge anschließen konnte. Die Thimig fängt nun an, Reinhardt völlig kritiklos zu vergöttern. Eva Herrmann entgegnet, dass er sein Scheitern selbst verschuldet hätte – durch aufwendige, viel zu kostspielige Inszenierungen. Fritzi Massary versucht, die Wogen zu glätten …

Über das kalifornische Exil: Die Nazi-Diktatur hinterließ nicht nur millionenfach Tod und Vernichtung in halb Europa. Sie fügte auch sehr vielen Menschen, die durch Flucht gerade noch ihr Leben retten konnten, lebenslanges Leid zu. Darunter waren auch viele bekannte jüdische Künstlerinnen und Künstler, die nicht mehr an ihre Erfolge, die sie in der verlorenen Heimat gefeiert hatten, anknüpfen konnten. Viele litten unter dieser Entwurzelung derart – dass sie trotz sicheren Exils – vorzeitig starben oder sogar freiwillig in den Tod gingen …


Exil Los Angeles finden Sie in den Theatertexten des CANTUS Verlags.

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